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Multiple Sklerose (MS) – Wenn eine neurologische Erkrankung intensive Unterstützung erfordert

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie betrifft Gehirn und Rückenmark und kann sehr unterschiedlich verlaufen. Während manche Betroffene über viele Jahre nur geringe Einschränkungen haben, entwickeln andere im Verlauf der Erkrankung einen hohen Pflegebedarf. In schweren Fällen kann eine außerklinische Intensivpflege notwendig werden – insbesondere wenn Atmung, Schlucken oder die Mobilität erheblich beeinträchtigt sind.

Bei Gepflegt Beatmet begleiten wir Menschen mit fortgeschrittener MS individuell und fachkompetent in ihrem Zuhause. Unser Ziel ist es, Sicherheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.

Was ist Multiple Sklerose?

Bei Multiple Sklerose greift das körpereigene Immunsystem irrtümlich die schützende Hülle der Nervenfasern (Myelinscheide) im Gehirn und Rückenmark an. Dadurch werden Nervenimpulse verlangsamt oder unterbrochen.
Da unterschiedliche Bereiche des Nervensystems betroffen sein können, sind auch die Beschwerden sehr vielfältig. Deshalb wird MS oft als „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ bezeichnet.
Die Erkrankung beginnt häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und verläuft individuell unterschiedlich.


Welche Symptome können auftreten?

Die Beschwerden hängen davon ab, welche Nervenbahnen betroffen sind.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Muskelschwäche

  • Gangunsicherheit
  • Lähmungserscheinungen
  • Spastiken
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln in Armen oder Beinen
  • Sehstörungen
  • Doppelbilder
  • starke Müdigkeit (Fatigue)
  • Blasen- und Darmstörungen
  • Schmerzen
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen

Mit fortschreitender Erkrankung können mehrere Symptome gleichzeitig auftreten und den Alltag erheblich einschränken.

Wie verläuft Multiple Sklerose?

MS verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Es gibt verschiedene Verlaufsformen.

Schubförmig-remittierende MS

Dies ist die häufigste Form. Beschwerden treten in Schüben auf und bilden sich anschließend teilweise oder vollständig zurück.

Sekundär progrediente MS

Nach vielen Jahren kann die Erkrankung zunehmend fortschreiten. Einschränkungen bleiben dauerhaft bestehen und nehmen langsam zu.

Primär progrediente MS

Bei dieser Form verschlechtert sich die Erkrankung von Beginn an kontinuierlich, ohne typische Schübe.

Wann wird außerklinische Intensivpflege notwendig?

Nicht jeder Mensch mit MS benötigt Intensivpflege. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann jedoch eine umfassende medizinische und pflegerische Versorgung erforderlich werden.

Dies betrifft insbesondere Menschen mit:

  • ausgeprägten Lähmungen
  • vollständiger Bettlägerigkeit
  • schweren Schluckstörungen
  • wiederkehrenden Lungenentzündungen
  • eingeschränkter Atemmuskulatur
  • Tracheostoma
  • Beatmungspflicht
  • hohem Risiko für Atemwegskomplikationen

In diesen Situationen ist eine spezialisierte außerklinische Intensivpflege oft die sicherste Versorgungsform.

Kann MS die Atmung beeinträchtigen?

Ja. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann auch die Atemmuskulatur geschwächt werden. Dadurch fällt das tiefe Einatmen schwer, Husten wird weniger effektiv und Sekret kann schlechter abgehustet werden.
Mögliche Folgen sind:

  • Atemnot
  • häufige Atemwegsinfektionen
  • Lungenentzündungen
  • Sauerstoffmangel
  • chronische Atemschwäche

In einzelnen Fällen kann eine nicht-invasive Beatmung (NIV) oder – seltener – eine invasive Beatmung über ein Tracheostoma erforderlich werden.

Welche Aufgaben übernimmt die außerklinische Intensivpflege?

Bei fortgeschrittener MS umfasst die Versorgung weit mehr als die Unterstützung im Alltag. Sie beinhaltet auch spezialisierte medizinische Maßnahmen.

Dazu gehören:

  • Überwachung der Atmung
  • Versorgung eines Tracheostomas
  • Bedienung und Kontrolle von Beatmungsgeräten
  • Absaugen von Atemwegssekret
  • Medikamentengabe
  • Unterstützung bei Körperpflege und Mobilisation
  • Lagerungsmaßnahmen
  • Dekubitusprophylaxe
  • Ernährung über PEG-Sonde, wenn erforderlich
  • Unterstützung bei Schluckstörungen
  • Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten
  • Beratung und Entlastung der Angehörigen

Jeder Pflegeplan wird individuell auf die Bedürfnisse der betroffenen Person abgestimmt.


Leben mit MS zu Hause

Auch bei einem hohen Pflegebedarf wünschen sich viele Menschen, weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Mit einer professionellen außerklinischen Intensivpflege ist dies häufig möglich.

Eine Versorgung zu Hause bietet viele Vorteile:

  • vertraute Umgebung
  • persönliche 1:1-Betreuung
  • feste Bezugspflegekräfte
  • Einbindung der Angehörigen
  • individuelle Tagesgestaltung
  • mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität

Unser Ziel ist es, Menschen mit MS ein möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Multiple Sklerose heilbar?

Nein. MS ist derzeit nicht heilbar. Moderne Therapien können jedoch den Krankheitsverlauf verlangsamen, Schübe reduzieren und Beschwerden lindern.

Benötigt jeder Mensch mit MS Intensivpflege?

Nein. Viele Menschen mit MS kommen über lange Zeit ohne intensive Pflege aus. Erst bei schweren Verläufen oder erheblichen Einschränkungen kann eine außerklinische Intensivpflege notwendig werden.

Kann MS zu einer Beatmung führen?

In den meisten Fällen nicht. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen kann eine fortgeschrittene Erkrankung jedoch die Atemmuskulatur so stark beeinträchtigen, dass eine Beatmungsunterstützung erforderlich wird.

Ist eine Versorgung zu Hause möglich?

Ja. Auch Menschen mit einem hohen Pflegebedarf oder Beatmung können häufig sicher in ihrem Zuhause versorgt werden, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Übernehmen Kranken- und Pflegekassen die Kosten?

Sind die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und liegt eine ärztliche Verordnung vor, übernehmen Kranken- und Pflegekassen die Kosten entsprechend der jeweiligen Leistungsansprüche.

Warum eine spezialisierte Intensivpflege bei MS wichtig ist

Menschen mit fortgeschrittener Multiple Sklerose benötigen häufig eine enge medizinische Überwachung und eine individuell angepasste Pflege. Durch die Kombination aus neurologischen Einschränkungen, möglicher Atembeteiligung und komplexen Versorgungsbedürfnissen ist eine spezialisierte außerklinische Intensivpflege oft der Schlüssel, um ein sicheres und würdevolles Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.